Archive for Mai, 2007

Höhenluft

Freitag, Mai 25th, 2007

Soll ich den Laptop nun mitnehmen oder nicht? Wenn ich ihn dabei habe, verordne ich mir spätestens nach drei Tagen eine Routine, die mindestens zwei Stunden Schreiben täglich beinhaltet (und eine sehr ärgerliche Familie). Lasse ich ihn zu Hause, fällt mir spätestens nach drei Tagen eine längere Szene ein, die ich unbedingt festhalten möchte, die aber zu lang ist, um auf das Diktiergerät gesprochen oder in ein Notizbuch gekritzelt zu werden. Abgesehen davon wirft sich ohnehin die Frage auf, ob ich das Diktiergerät und das Notizbuch mitnehmen soll.

Immerhin fahre ich mit meiner Familie in den Urlaub! Auf eine Berghütte! In Kärnten! 1.800 m über dem Meer! Wer denkt denn da ans Arbeiten?

Ich …

… weil Schreiben eigentlich keine Arbeit, sondern Vergnügen ist.

Daher melde ich mich hiermit für ein paar Tage ab. Bis später! 

 

 

Die Teufelsbibel

Donnerstag, Mai 24th, 2007

Sie ist die größte Handschrift der Welt; sie ist der Legende nach im 13. Jahrhundert von einem Mönch geschrieben worden, der seine Seele dem Teufel verkaufte, damit er ihm bei ihrer Fertigstellung half. Sie ist eine Abschrift von Altem und Neuem Testament und gleichzeitig eine Enyklopädie mittelalterlichen Wissens, sie enthält eine ganzseitige Zeichnung des Teufels, und Kirchenlehrer wie Alchimisten haben versucht, sie in ihren Besitz zu bringen. Wer wollte nicht gern das Wissen des Teufels teilen?

Falls Sie sich fragen: welches geheime Wissen steht denn in einer Abschrift der Bibel?, dann lassen Sie mich noch ein kleines Detail verraten. Der Teufelsbibel fehlen drei Seiten. Was, wenn diese den Schlüssel zum Verständnis des ganzen Werks enthielten und wir nur nicht in der Lage wären, seinen wahren Sinn zu verstehen? Denn dass der Teufel einfach so und ganz ohne seine eigenen Zwecke zu verfolgen einem Mönch beim Kopieren des Wort Gottes hilft, ist doch wohl kaum nzunehmen – er hatte ja auch so seine Hintergedanken, als er Adam und Eva den Apfel vom Baum der Erkenntnis anbot …

Habe ich übrigens das mysteriöse Massengrab aus dem Mittelalter erwähnt, das Archäologen kürzlich auf dem Grund des Klosters in Südböhmen gefunden haben, in dem die Teufelsbibel entstanden ist? Und dass jenes Kloster bald nach der Fertigstellung des Codex zerstört wurde …?

cover_teufelsbibel.jpg

Heute habe ich die Voranzeige von Ehrenwirth zu meinem neuen Buch erhalten (Erscheinungstermin Herbst 2007), dessen Hauptperson die Teufelsbibel ist! Wenn Sie mehr darüber wissen wollen – darf ich Sie hierher einladen: www.teufelsbibel.de ?

Ein road movie im Form eines historischen Romans

Mittwoch, Mai 23rd, 2007

Es gibt Geschichten, die bleiben einem im Kopf – weil sie einen berührt haben, weil sie einem neue Wahrheiten erschlossen haben, vielleicht auch, weil sie einem total widersprochen haben. Für einen Autor gibt es mindestens noch einen weiteren Grund, warum man Geschichten nicht vergisst: weil man das Gefühl hat, sie selbst erzählen zu wollen; weil man überzeugt ist, dass man eine ganz neue Sichtweise darauf eröffnen kann. Mir ging es so mit dem Konzept zu DIE BRAUT DES FLORENTINERS.
Ich bin wieder an die Entstehungsgeschichte dieses als Originaltaschenbuch bei Bastei Lübbe im August 2007 erscheinenden Romans erinnert worden, als ich (als Abonnent von GEO Epoche) vor wenigen Tagen den 1. Teil der Hörbuchversion von DAS HERZ DER FINSTERNIS von Joseph Conrad in die Hände bekam. Der Roman von Conrad war eine der Geschichten, die letztlich zur BRAUT DES FLORENTINERS geführt haben. Tatsächlich könnte die Handlung nicht unähnlicher sein, und doch ist mir wieder klar geworden, welche Motive aus Conrads Buch mich inspiriert haben. Man ist ja oft schon sehr weit von seinem eigenen Buch entfernt, wenn es dann endlich erscheint, weil zwischen Schreiben und Publizieren meistens mehrere Monate und mindestens ein neu angefangenes Projekt liegen. Es war schön, dem Hörbuch zu lauschen und die Aufregung wieder zu spüren, die einen bei den ersten zarten Entstehungsprozessen eines neuen Buchs begleiten … Sollten Sie Näheres wissen wollen, lassen Sie sich einfach hierher einladen:

Hallo Welt!

Dienstag, Mai 22nd, 2007

Es heißt, viele Autoren würden Tagebücher führen, und ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass es angeblich gar nicht ohne geht. Nun, ich gestehe, dass ich kein Tagebuch habe. Was ich habe, sind mit Gedanken und Szenenabrissen vollgeschriebene Kalenderblätter, Notizzettel, zur Not auch mal die Rückseite eines Kassenbons, den aus der Geldbörse zu entfernen das Schicksal mich gehindert hatte; sowie das elektronische Äquivalent zu diesen papierenen Ankerplätzen meiner Eingebungen in meinem PC; und nicht zuletzt vollgeredete Speicherplätze auf den Chips meines Mobiltelefons und meines Diktiergeräts. Das alles weist keinen klassischen Tagebuchcharakter auf, und ich hatte auch nie das Gefühl, in meiner bisherigen Laufbahn als Autor etwas zu vermissen, wenn ich kein Tagebuch führe.
Was ich allerdings vermissen würde, wäre der Kontakt zu Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser!
Daher – gesegnet sei die Erfindung des Blog.
Wenn ich auch zugegebenermaßen noch nicht so recht weiß, wie ich damit umgehen soll und was ich alles damit anstellen kann, fange ich jetzt doch einfach damit an. Dies wird sicher keine regelmäßige Kolummne darüber, was ich dachte, als ich an der Ampel wartete und im Radio ein Lied gespielt wurde, das ich absolut nicht hören wollte, während ich versuchte, Koffein aus dem coffee-to-go-Becher nachzutanken, ohne Brandwunden davonzutragen. Ich denke aber, ich werde doch immer wieder hier vorbeikommen und das festhalten, was mir für meine Art des Geschichtenerzählens und für das Entstehen dieser Geschichten interessant erscheint – und was ich mit Ihnen teilen möchte.
Wollen Sie meine Einladung annehmen, mir ab und zu hierher zu folgen? Ich würde mich freuen!

Bis demnächst!