Der nachgemachte Teufel

Ich weiß schon, ich sollte hier viel öfter vorbeischauen, aber glauben Sie mir – ich hab einfach keine Zeit. Dabei verstehe ich das gar nicht; ich bin doch derzeit nur Buchautor, Artikelschreiber, Familienvater, Projektberater und Marketing-Coach, da müsste doch jede Menge Zeit übrig bleiben. Wahrscheinlich mache ich was falsch; wahrscheinlich sollte ich mir endlich abgewöhnen, zwischendurch ins Bett zu gehen.

Aber eigentlich wollte ich mich darüber gar nicht auslassen, sondern Ihnen die Teufelsbibel II vorstellen. Nicht mein neues Buch (das heißt DIE WÄCHTER DER TEUFELSBIBEL, und diesen eleganten Übergang vom Blog zur Schleichwerbung zu finden hat mich fünf Minuten Nachdenken gekostet), sondern die Kopie des Codex Gigas, die anläßlich der Olmützer Buchmesse angefertigt worden und deutlich einfacher zugänglich ist als das Original (s. meine Einträge aus der Reise nach Prag weiter unten). Wie auch immer, die Kopie gibt uns einen kleinen Eindruck, wie die Teufelsbibel ausgesehen haben könnte, als sie noch keine achthundert Jahre alt war, wobei der weiße Ledereinband natürlich Ratewerk ist. Der Einband des Originals stammt nämlich nicht aus dem 13., sondern aus dem 18. Jahrhundert, in dem Restaurierungsarbeiten vorgenommen wurden,  und wir Heutigen können nur hoffen, dass der Buchbinder damals sich wenigstens halbwegs an die Vorlage gehalten hat. Wie auch immer – so sah die Teufelsbibel womöglich aus, als der Teufel die Feder weglegte, das Buch zuklappte und zufrieden war, sein nächtliches Werk vollendet zu haben.

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