Kreuzritter in England

Auf dem Flug nach Manchester habe ich genügend Zeit zum Lesen, nicht zuletzt wegen einer Überfüllung des Flugraums, die uns eine zusätzliche Stunde auf der Startbahn in München festhält. Meine Lektüre ist DIE GESCHICHTE DER KREUZZÜGE von Steven Runciman, ein umfangreicher, hervorragend geschriebener Wälzer aus den 50er Jahren, der durch sein Gewicht allein schon für Übergepäck sorgt. Er inspiriert mich zu einem neuen Romanprojekt, zu dem Szenen, Plotwendungen und Charaktere seitdem fleißig durch mein Bewußtsein schweben.

Die Umgebung meines Wirkungsortes hier in England ist zwar nicht sonderlich mittelalterlich (ein riesiges neues Gewerbezentrum mit tatsächlich sehr schön angelegten Grün- und Wasseranlagen); dafür nehmen meine Kollegen mich zum Pasta-Essen mit, und ich habe das seltsame Vergnügen, mein Abendessen in England auf Italienisch zu bestellen. Natürlich tue ich das nur, um den Neid der englischen Kollegen hervorzurufen …

Wie es aussieht, habe ich keine größeren Fettnäpfchen getroffen während meiner beiden Tage hier. Michael, ein Kollege aus Irland, hat versprochen, mir einen „nudge“ zu geben, wenn ich mich versehentlich unenglisch benehme. Bis jetzt konnte ich die freundlichen Rippenstöße noch vermeiden.

Und in meinem Unterbewußtsein melden sich hartnäckig die Herren Godefroy de Bouillon, Raymond de Toulouse und Bohemund von Sizilien, weil sie in meinem neu entdeckten Romanprojekt eine Rolle spielen wollen.

2 Responses to “Kreuzritter in England”

  1. Carsten Venghaus sagt:

    <p>Auf den Spuren von Follett und Gablé??? Wenn’s im Stil von ‚Die Wächter der Teufelsbibel‘ bleibt, ok!!! Gibt die englischer Kreuzritter/-fahrerriege einfach mehr her als die deutsche, oder gibt’s letztgenannte gar nicht? Mit Hinblick auf eine internationale Leserschar ist England sicher der interessantere Schauplatz, aber Wien und Prag fand ich als Mitteleuropäer eigentlich besser. London kenn ich ja schon fast auswendig… Bin trotzdem gespannt!!!</p>

  2. richard sagt:

    Lieber Carsten Venghaus,
    keine Sorge, ich werde nicht in den Gärten der Kollegen wildern! Meine Projekte für die nächsten Jahre bleiben alle auf dem Kontinent. Der Besuch auf der Insel hatte eine Tätigkeit aus meinem Nebenleben als Projektberater für mittelständische Unternehmen zur Basis. Deutsche Bemühungen, sich vom Kreuzfahrerkuchen ein Stück abzuschneiden, gab es genug – Kaiser Barbarossa hat sie mit dem Leben bezahlt. Was den Reiz von Schauplätzen angeht, so finde ich immer die am interessantesten, die noch nicht so ausgetreten sind. Ich danke Ihnen auf jeden Fall ganz herzlich für das Lob zu den “Wächtern” und wünsche Ihnen weiterhin viel Spannung!
    Viele Grüße
    Richard Dübell

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